Invercargill to Christchurch

Hallo ihr Lieben,

es tut mir leid, dass seit meinem letzten Eintrag schon wieder so viel Zeit vergangen ist. Wie immer ist so einiges passiert und deshalb möchte ich auch gar nicht lange um den heißen Brei herumreden.

Nach einer sehr erholsamen Hostelnacht in Invercargill machten wir uns auf den Weg an die Südostküste der Südinsel. Erster Zwischenstopp war der „Waipapa Point“, der mit seinem rot-weißen Leuchtturm und der felsigen Küste auf jeden Fall einen Besuch wert ist. An diesem Ort läuft man außerdem gerne mal einem Seelöwen über den Weg, der einfach so im Gras ein Nickerchen hält.

Danach ging es weiter zum „Slope Point“, dem südlichsten Ort des neuseeländischen Festlandes. Ein kurzer Pfad führt von Parkplatz aus über einen kleinen Hügel direkt zu den Klippen. Auf Grund des starken Windes der an diesem Tag herrschte, hat uns dieser Ort im wahrsten Sinn des Wortes umgehauen. Aber auch ohne Wind handelt es sich um einen echt tollen Flecken Erde.

Dann ging es weiter zur „Curio Bay“, wo man laut Reiseführer häufig auf Pinguine und Delfine trifft. Leider wurden wir beim ersten Anlauf bitter enttäuscht und so verließen wir die Bucht ohne jegliche Begegnung mit dem neuseeländischen „Wildlife“. Als wir bereits circa zwanzig Kilometer von der Bucht entfernt waren, kamen uns auf einmal Micha und Philipp, zwei Freunde von Maxi, in ihrem Auto entgegen und so hieß es natürlich sofort Umdrehen und hinterher. In der Curio Bay hatten wir die beiden dann endlich eingeholt und die Wiedersehensfreunde der Jungs war unbeschreiblich. Micha, Philipp und Caro (eine Freundin der beiden) erzählten uns von einer Schule Delfinen, mit denen man am Strand schwimmen könnte. Wir warfen uns also alle in unsere Badesachen und marschierten Richtung Strand, wo man schon die Flossen der Delfine sah. Und als wir dann im Wasser waren und ein bischen von den anderen Badenden wegschwammen, kamen wir den Delfinen tatsächlich richtig nah. Das Highlight war aber definitiv als eine Gruppe von circa sechs Delfinen genau zwischen uns hindurch schwamm und wir sie aus nur einem Meter Entfernung zu Gesicht bekamen. Definitiv eins meiner Neuseelandhighlights.

Wir haben dann beschlossen, dass wir alle zusammen ein paar Tagen reisen würden und da die anderen schon eine Unterkunft in „Dunedin“ gebucht hatten, machten wir uns am späten Nachmittag auf den Weg dorthin. Auf Grund eines Konzerts in der Stadt waren leider alle Hostels komplett ausgebucht und so waren Maxi, Laura und ich gezwungen auf einen Campingplatz etwas außerhalb der Stadt auszuweichen. Der Campingplatz lag auf der „Otago Peninsula“, auf die man auf jeden Fall einen Abstecher machen sollte, da es hier nicht nur einige besondere Tierarten gibt, sonder auch die Landschaft es wirklich in sich hat.

Am Abend haben wir uns dann nochmal mit den anderen in einer Bar getroffen und haben ein bischen das Nachtleben Dunedins erkundet.

Am nächsten Tag haben Laura, Maxi und ich die Otago Halbinsel noch ein bischen mehr erkundet und sind dann in die Stadt gefahren, wo die Jungs eine Brauereitour gemacht haben und Laura und ich uns mit Nina, einer Freundin von mir, die ich vor drei Jahren in Neuseeland kennengelernt habe, getroffen.

Nachdem wir uns wieder von Nina verabschiedet hatten und uns bischen in der Stadt umgesehen hatten, haben wir dir Jungs wieder von ihrer Biertour abgeholt und Micha und Philipp haben sich wieder mit Caro getroffen. Maxi, Laura und ich haben dann noch einen kurzen Abstecher zur steilsten Straße der Welt gemacht. Die „Baldwin Street“ erscheint zwar auf den ersten Blick gar nicht so steil, hat man es dann aber mal bis ganz nach oben geschafft, wird einem so richtig bewusst wie steil die Straße wirklich ist.

Am späten Nachmittag sind wir dann hinter den anderen her nach „Oamaru“ gefahren. Wo wir alle zusammen zwei Nächte verbracht haben. Dort haben wir alle zusammen gekocht, Spiele gespielt und uns mal wieder um so Sachen wie Wäsche etc. gekümmert. Ich hab Caro dann sogar nochmal nach Dunedin runtergefahren und auf dem Rückweg noch einen Zwischenstopp bei den „Moeraki boulders“ gemacht. Die kugelförmigen Felsbrocken liegen überall auf dem Strand verteilt und sind das Motiv unzähliger Postkarten. Meiner Meinung nach lohnt sich ein kurzer Abstecher, mehr aber auch nicht.

Unser Plan zum „Mount Cook“ zufahren und dort ein bischen wandern zu gehen, wurde dann leider von einem Tropensturm names „Gita“ durchkreuzt. Zwar fiel das vorhergesagte Unwetter ziemlich klein aus, trotzdem regnete es drei Tage durchgehend und der höchste Berg Neuseelands versteckte sich hinter einer dicken Schicht aus Wolken. Wir haben dann trotzdem eine kleine Wanderung gemacht und sind dann gegen Abend komplett durchnässt in unserem Hostel angekommen. Die „Buscot Station“ ist ein einfaches, preiswertes Hostel mit gemütlichem Aufenthaltsraum und für einen Aufenthalt am Mount Cook wirklich zu empfehlen.

Für uns wäre es dann eigentlich weiter zum „Lake Tekapo“ gegangen, dem zweitgrößten See des Landes, aber da das Regenwetter nach wie vor anhielt, fiel der Besuch dort ziemlich kurz aus.

Dort hieß es dann auch schon wieder Tschüss sagen, da es für die Jungs nach Wanaka und für Maxi, Laura und mich nach „Christchurch“ ging, wo wir uns mit zwei Schulfreunden, Benni und Lina, treffen wollten. Die beiden sind seit November in Neuseeland mit ihrem Van unterwegs und waren eigentlich nur zufällig auch in Christchurch. Nach einem herzlichen Wiedersehen und einem ausgiebigen Frühstück sind wir mit den beiden dann auf die „Banks Peninsula“ unterhalb von Christchurch gefahren. Dort haben wir eine Nacht in der „Okains Bay“ gecampt. Der Zeltplatz liegt direkt an einem wunderschönen Strand, so dass Maxi und ich (die Badenixen der Reisegruppe) auch wieder ganz auf unsere Kosten gekommen sind. Wir haben den Nachmittag dort mit einem kleinen Strandspaziergang, jeder Menge Brett- und Ballspielen und einem sehr leckeren Abendessen (dank Benni’s und Linas Kochkünsten) verbracht. Am nächsten Morgen haben wir dann erstmal ganz gemütlich gefrühstückt und sind dann über die „Science Inland Route“ zu dem kleinen Dorf „Akaroa“ gefahren. Das Dorf war früher eine französische Siedlung und so findet man dort noch einige französische Cafés und Restaurants. Meiner Meinung nach lohnt sich ein Besuch in Akaroa auf jeden Fall und schon die Fahrt dort hin ist ein echtes Highlight.

Wir haben uns am selben Tag dann noch auf den Weg in Richtung des „Awatere Valley“ gemacht. Durch das Tal führt eine 200 Kilometer lange Schotterstraße von „Hanmer Springs“ fast bis nach „Blenheim“.

Das Tal ist definitiv ein Geheimtipp, den man in kaum einem Reiseführer findet. Nach einer sehr abenteuerlichen Fahrt über eine sehr steile Passstraße ins Tal, die wir unserem Supernavigator Benni zu verdanken hatten, konnten wir die Fahrt durch das fast menschenleere Valley total genießen. Die Straße für an einem Fluss entlang und man ist umgeben von Bergen und Feldern. Ihm Frühling ist das ganze Tal wohl voll mit Blumen, aber auch jetzt im Spätsommer war dieser Ort wirklich beeindruckend, auch wenn das Tal eher etwas wüstenhaftes hatte. Leider hatte das Auto von Benni und Lina am zweiten Tag (nach 66km) einen Platten und auch das Ersatzrad schien nicht gerade zuverlässig, weshalb wir uns dazu entschlossen umzudrehen. Daher haben wir leider nicht das ganze Tal gesehen, aber das was wir gesehen hab war auf jeden Fall sehr beeindruckend und vor allem haben wir es alle genossen zur Abwechslung mal nicht von tausend anderen Backpackern und Touristen umgeben zu sein.

Wir sind dann alle zusammen nochmal für eine Nacht nach Christchurch gefahren und dann hieß es leider Abschied nehmen und leider nicht nur von Benni und Lina sondern auch von Laura. Da Maxi und ich ja schon in wenigen Tagen Neuseeland verlassen und Laura noch um einiges länger da ist, hat sie sich dazu entschlossen weiter mit Benni und Lina zu reisen, die auch noch eine ganze Weile hier in Neuseeland sein werden. Für mich war es total komisch mich von Laura zu verabschieden, vor allem weil ich dadurch das erste mal so richtig realisiert habe, dass meine Reise langsam zu Ende geht. Zum Glück bleibt der Maxi mir noch eine ganze Weile erhalten.

Am Tag der Verabschiedung ging es für Maxi und mich dann nochmal in Richtung Lake Tekapo, wo wir uns mit Hannes, einen meiner besten Freunde aus Deutschland, und seinem Reisepartner Julian getroffen haben. Nach so langer Zeit habe ich mich natürlich mega gefreut Hannes wieder zu sehen und das hat mich ganz gut vom Abschied von Laura abgelenkt. Wir haben eine Nacht zusammen am „Lake Pukaki“ gezeltet, von wo aus man eine super Aussicht auf den Mount Cook hat.

Leider konnten wir nicht mehr Zeit miteinander verbringen, da die beiden nur für fünf Wochen hier sind und daher natürlich ein ziemlich straffes Programm haben. Aber wie sagt man so schön, ein Tag ist besser als keiner.

Für Maxi, Mary und ich ging es mach diesem Wiedersehen zu unserem letzten Highlight in Neuseeland, dem „Arthur’s Pass“. Bei dieser Verbindungsstraße zwischen Christchurch (Ostküste) und Greymouth (Westküste) handelt es sich um die höchstgelegene Passstraße Neuseelands. Uns hat vor allem die Gegend um den „Castle Hill“ auf dem Weg zum „Arthurs Pass Village“ umgehauen. Dort liegen auf ein paar Hügeln verteilt riesige Steinbrocken auf die man zum Teil hochklettern kann. Von dort aus hat man einen super Ausblick auf die Berge.

Auch das kleine Dorf Arthurs Pass hat uns ganz gut gefallen. Es gibt ein total süßes Hostel (The Sanctuary), aber vor allem flattern überall die kleinen Papageien names „Kea“ durch die Gegend.

Wir sind dann vom Dorf aus ein paar Kilometer weiter gefahren bis nach „Utira“. Das kleine Stück zwischen Arthurs Pass Village und Utira ist das steilste Stück des Passes und führt über eine alte Brücke, die als das Highlight es Passes angepriesen wird. Da es bei uns leider bewölkt war, war dieses Stück für uns leider nicht so beeindruckend wie wir es uns vorgestellt hatten. Trotzdem hat sich die Fahrt auf jeden Fall gelohnt, da wir auch hier wieder ein paar Keas getroffen haben.

Wir haben in der Nähe des Dorfes außerdem noch ein kleine Wanderung zum „Devils Punchbowl“ Wasserfall gemacht und diese Wanderung hat sich auch trotz des semiguten Wetters gelohnt.

Tja und das war es dann auch schon wieder. Jetzt sind Maxi und ich in Christchurch und versuchen das Auto zu verkaufen. Lieberweise sind Micha und Philipp auch nochmal hier her gekommen um uns ein bischen Gesellschaft zu leisten. Aber dazu mehr in meinem nächsten Eintrag.

Viele liebe Grüße aus Neuseeland,

eure Emily

Von der Westküste bis zum Milford Sound

Hallo ihr Lieben,

Es gibt mal wieder einiges zu berichten.

Nach dem Abel Tasman Coastal Walk ging es von Motueka aus nochmal zurück nach Nelson, wo wir eine kostenlose Tour durch die „Pic’s Peanut Butter“-Fabrik gemacht haben. Wir fahren total auf dieses „flüssige Gold“ (um es in Maxis Worten zu sagen) ab und deshalb war diese Tour schon ein Muss. Die Führung hat ca. 20 Minuten gedauert und im Anschluss durften wir uns noch durch das gesamte Nussbuttersortiment futtern und sogar selber Erdnussbutter machen.

Am Nachmittag ging es dann weiter an die Westküste. Gekommen sind wir bis nach „Charleston“ (ziemlich unspektakulär) wo wir auf einem total süßen kleinen Campingplatz mit Fluss und kleiner Pizzeria (Jack’s Gasthof) genächtigt haben. Am nächsten Morgen ging es dann als erstes zu den „Pancake Rocks“. Diese Steinformationen sehen aus wie aufeinandergestapelte Pfannkuchen und daher kommt eben auch der Name. Leider ist dieser Ort total überlaufen und man hat nicht wirklich eine Chance das Naturphänomen zu genießen, weshalb wir dort auch nur einen kurzen Zwischenstopp gemacht haben. Meiner Meinung nach ist die Fahrt entlang der Küste eh viel spektakulärer und bietet teilweise wirklich atemberaubende Motive der Westküste.

Am Nachmittag sind wir dann in „Hokitika“ angekommen, von wo aus wir zur „Hokitika Gorge“ gefahren sind. Hier führt ein circa 10-15 minütiger Pfad über eine Hängebrücke zum Ufer eines eisblauen Gletscherflusses. Das Wasser sah so verlockend aus, dass sich Maxi und ich natürlich trotz potenziellem Kältetod hinein stürzten und uns eine Abkühlung verschafften.

Am Abend haben wir unser Lager dann auf dem „Woodstock Domain Campingplatz“ ($5 pp) aufgeschlagen. (Mittlerweile sind wir schon richtige Profis im Zelte auf- und abbauen). Der einfach Zeltplatz liegt direkt am Fluss und Nachts ist der Sternenhimmel dort wirklich großartig.

Nächster Zwischenstopp waren die beiden Gletscher an der Westküste, „Fox und Franz Josef Glacier“. Auf dem Weg dort hin hat es Maxi und mich allerdings nochmal in die eiskalten Fluten gezogen, weshalb wir eine kleine Mittagspause am Ufer des Gletscherflusses gemacht haben. Nach der Mittagspause ging es dann weiter zu den Gletscher, von denen wir dank Maxi’s professioneller Wanderwegauswahl leider nicht viel gesehen habe.

Am Abend wurde dann mal wieder gecampt. Dieses Mal direkt am Ufer des „Lake Paringas“ und so sind wir Badenixen auch an diesem Tag wieder ganz auf unsere Kosten gekommen.

Da es am nächsten Morgen leider regnete, machten wir uns dann direkt und ohne viele Stopps auf den Weg nach „Wanaka“, wo wir insgesamt drei Nächte unser Quatier aufgeschlagen haben. In der kleinen Stadt am „Lake Wanaka“ war total die Hölle los und so waren wir auch hier wieder gezwungen zu zelten, da wirklich alle Hostels ausgebucht waren. Glücklicherweise gibt es dort aber zahlreiche Campingplätze, so dass wir schnell eine Alternative gefunden hatten. Hier ein paar Bilder von unserem Campingplatz aus.

In Wanaka gibt es eine Menge von Aktivitäten und von Wandern bis Skydiven ist wirklich alles dabei. Der „Roys Peak Track“ war beispielsweise wirklich lohnenswert und meiner Meinung nach auch wirklich ein Must-do.

Auch unser Adrenalin-Junkie Maxi ist in Wanaka total auf seine Kosten gekommen. Er hat dort einen Fallschirmsprung gemacht und kam total begeistert zurück.

Als nächstes ging es dann weiter nach „Queenstown“, dem absoluten Touristenmagnet der Südinsel. Auch in Queenstown waren mal wieder alle Hostels UND Campingplätze ausgebucht, weshalb unser Aufenthalt dort relativ kurz ausgefallen ist. Zum Glück gibt es etwas außerhalb des Stadtzentrums einen relativ günstigen Campingplatz, so dass wir wenigstens eine Nacht dort verbringen konnten. Die Stadt ist an sich total schön, nur leider total überlaufen und sehr sehr touristische. Wir hatten trotzdem einen echt angenehmen Tag. Nach einer kleinen Shoppingtour und ein Bad im See waren wir dann Abends richtig lecker Burgeressen. Zurück auf dem einfachen Campingplatz (12 Mile Delta) saßen wir dann noch ziemlich lange mit einer Gruppe anderer Deutscher, die wir schon vorher ab und zu mal getroffen hatten, zusammen und haben Werwolf gespielt und uns unterhalten. Highlight des Abends war aber definitiv das kleine Klavierkonzert eines umherziehenden Künstlers auf dem Zeltplatz.

Am vergangen Donnerstag ging es dann weiter in Richtung „Fjordland“, wo wir am Freitag eine Bootstour im „Milford Sound“ gemacht haben. Ursprünglich hatte ich eigentlich eine vierstündige Kajaktour gebucht, die dann aber auf Grund des schlechten Wetters spontan zu einer Mischung aus Fährfahrt und Paddeln wurde. Der Regen war allerdings wirklich Fluch und Segen zu gleich. Zwar war sie Sicht auf den Sound sehr eingeschränkt, aber durch die himmlischen Wasserergüsse waren die Felswände voll von Wasserfällen und bei jeder Umdrehung tauchte ein neuer auf. Ich muss sogar sagen, dass ich den Ort im Regen und Nebel fast beeindruckender fand, als bei Sonnenschein und blauem Himmel vor drei Jahren.

Am Freitag ging es dann gleich wieder zurück in die Zivilisation, nach „Invercargill“, wo wir für eine Nacht endlich mal wieder in einem Hostel unterkamen und mal wieder eine ordentliche Portion Schlaf abbekamen.

Hier möchte ich diesen Eintrag beenden, sonst habe ich ja gar keinen Inhalt für den nächsten übrig 😉

Aber keine Sorge der nächste kommt auf jeden Fall.

Liebe Grüße aus Neuseeland,

Eure Emily

Cape Farewell & Abel Tasman Coastal Track

Hallo ihr Lieben,

Es wird mal wieder Zeit für ein Update, da so einiges passiert ist seit wir uns mit Maxi in Blenheim getroffen haben.

Von Motueka aus sind wir vergangen Freitag nach „Takaka“ gefahren. Der kleine Ort ist ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung der „Golden Bay“ und des „Abel Tasman Nstional Parks“ und daher nicht nur übersät von kleinen Kunstgalerien, Souvenirläden und „organic food stores“ sonder leider auch von anderen Touristen und Urlaubern. Trotzdem lohnt sich hier ein kleiner Zwischenstopp auf den Weg an die Nordspitze der Südinsel, das „Cape Farewell“, auf jeden Fall. Wir sind von Takaka aus zu den „Te Pupu Springs“ gefahren,einer Wasserquelle an der das Wasser so klar ist wie nirgendwo sonst in Neuseeland. Da der Ort für die Maori heilig ist, mussten wir leider unserem Drang, in das glasklare Wasser zu springen, widerstehen.

Danach haben wir dann noch einen kleinen Abstecher in ein natürliches Steinlabyrinth kurz hinter Takaka gemacht. Das Labyrinth ist eigentlich eher eine Attraktion für jüngere Kinder, da überall in den Felswänden kleine Spielzeugfiguren versteckt sind, aber da wir ja alle auch noch irgendwie Kinder sind, hatten auch wir dort erstaunlich viel Spaß.

Am nächsten Tag haben wir uns dann auf den Weg zum „Cape Farewell“ und zu „Wharariki Beach“ gemacht und ich muss sagen die circa einstündige Fahrt von Takaka aus hat sich auf jeden Fall gelohnt. Vor allem das Cape Farewell mit seinen meterhohen Klippen, dem türkisblauen Wasser und den grünen Hügeln im Hintergrund hat mich einfach total umgehauen.

Auf dem Rückweg wurde der Tag dann noch etwas abenteuerlich, da auf Grund eines Sturmes ein Teil der Straße weggespült worden war und die Straße deshalb bei Flut komplett überschwemmt worden ist, so dass unsere gute Mary wirklich ganz schön zu kämpfen hatte. Aber dank Maxis Fahrkünsten konnte auch diese Hürde gemeistert werden und wir schafften es sicher bis nach „Totoranui“. Hier haben wir dann noch für eine Nacht unsere Zelte aufgeschlagen und unserer Mary einen neuen Anstrich verpasst.

Von hier aus ging es am nächsten Morgen mit dem Wassertaxi nach „Marahau“, von wo aus wir den „Abel Tasman Coastal Walk“ gestartet haben. Schwer bepackt marschierten wir es am ersten Tag dreizehn Kilometer entlang der Küste bis nach „Anchorage“ wo wir auf einem Campingplatz unser Zelt aufgeschlagen haben. Da wir relativ schnell unterwegs waren, hatten wir am Nachmittag noch ein bischen Zeit um am Strand zu entspannen. Nach dem Sonnenuntergang sind wir dann noch dem Tipp eines Parkrangers gefolgt und sind zu einer kleinen Glühwürmchenhöhle am Ende der Bucht gelaufen. Die Wände der Höhle waren übersät von Glühwürmchen und auch in den Bäumen um die Höhle glitzerten überall die kleinen Tierchen.

Am zweiten Tagen ging es dann weiter zur „Bark Bay“ und wieder war der Weg gesäumt von Wowmomenten. Diesmal schlugen wir unser Nachtlager im Gegensatz zum Vorabend direkt am Strand. Da wir auch an Tag zwei ziemlich zügig unterwegs waren, hatten wir am Nachmittag noch Zeit um Maxi und mir mit der Taschenmesserschere einen neuen Haarschnitt zu verpassen. Sehr zur Belustigung der anderen Camper.

Tag drei sollte der anstrengendste werden, was uns zu Anfang allerdings nicht bewusst war, weshalb wir mal wieder in einem Affenzahn los schossen. Irgendwann mussten wir dann aber einsehen, dass wir keine Olympialäufer sind und ließen uns zu einer ausgiebigen Pause nieder. Trotzdem waren wir wieder sehr früh am Campingplatz in „Awaroa“ und hatten genug Zeit für ein Bad im Meer und die ein oder andere Runde Vier-gewinnt.

Am vierten Tag führte uns der Weg dann wieder zurück nach Totoranui, wo unsere gute Mary auf und wartete. Insgesamt lässt sich sagen, dass der Walk auf jeden Fall zu meinen persönlichen Highlights hier in Neuseeland zählt und ich kann wirklich jedem empfehlen dort ein paar Tage zu verbringen.

Mit einem rießen Wäscheberg und leicht übermüdet ging es für uns dann wieder zurück nach Motueka, wo wir im besten Hostel das die Welt je gesehen hat eine Nacht verbracht haben. Die „Edens Edge Lodge“ ist aufgebaut wie ein kleines italienisches Dorf mit Feigen- und Olivenbäumen, Rosmarinsträuchern und einer echt sauberen und gut ausgestatteten Küche. Die Zimmer sind ebenfalls der Hammer und auch das Bad (pro Viererzimmer ein Bad) war echt top. Wirklich empfehlenswert.

Jetzt fahren wir gerade seit ein paar Tagen die Westküste in Richtung Süden hinunter, davon werde ich aber in meinem nächsten Eintrag berichten.

Viele Grüße aus Neuseeland,

Eure Emily

Wiedersehen in Wellington

Hallo ihr Lieben,

Es tut mir Leid, dass in letzter Zeit immer so viel Zeit zwischen meinen Blogeinträgen vergeht, aber hier ist immer so viel los, dass ich nur wenig Momente finde in denen ich mich mal hinsetzen kann um euch auf den neuesten Stand zu bringen.

Wie schon im letzten Eintrag erwähnt waren wir die letzen Tage in Wellington und haben dort Amber, eine Freundin von mir, braucht. Als wir am Mittwoch nach einer endlos langen Busfahrt endlich in Wellington ankamen, haben wir uns erstmal mit Amber getroffen und sie hat uns mit in ihre WG genommen. Ich hatte mich schon seit Monaten auf das Wiedersehen mit Amber gefreut und als der Moment dann endlich gekommen war, sind wir uns beide in die Arme gefallen und sofort ging das Geplappere los. Auch Laura und Amber haben sich sofort gut verstanden und so haben wir dann erstmal einen echt schönen Abend mit Fish und Chips in der „Oriental Bay“ und anschließend ein paar Cocktails mit zwei von Albers Freundinnen verbracht.

Am Donnerstag musste Amber dann leider den ganzen Tag arbeiten und so haben Laura und ich uns auf eine kleine Erkundungstour durch die Stadt begeben. Als erstes sind wir ein bischen durch die „Cuba Street“, eine Einkaufsstraße mit total süßen Cafés und tollen Secondhand- und Vintageläden. Läuft man durch die Cuba Street in Richtung Meer, gelangt man zum „Civic Centre“ einem moderneren Gebäudekomplex in dem unter anderem das Nationalmuseum und die Stadtbücherei untergebracht sind. Der Innenhof ist vor allem zur Mittagszeit sehr belebt, da er von vielen Berufstätigen als „Lunchspot“ genutzt wird. Auch wir haben dort eine kleine Mittagspause ein gelegt und sind dann zu den botanischen Gärten gelaufen, wo wir den Rest des Tages auf einem kleinen Hügel die Aussicht über Wellington genossen haben. Dank des guten Wetters und der lockeren und entspannten Atmosphäre der Stadt, hatten wir einen wirklich tollen Tag und haben uns beide total in die Stadt verliebt.

Am Freitag sag das Wetter dann leider nicht mehr ganz so gut aus, weshalb wir den Vormittag im Nationalmuseum „Te Papa“ (Eintritt frei) verbracht haben. Das Museum ist wirklich interessant und abwechslungsreich und vor allem die Ausstellung im oberen Stockwerk über die Maori hat uns beiden sehr gut gefallen. Den Nachmittag und Abend haben wir dann auf Grund des Wetters in der Wohnung verbracht, gemeinsam mit Amber gekocht und einen Film angeschaut.

Da Amber am Samstag frei hatte und das Wetter wieder wunderschön war, sind wir alle zusammen auf den „Mount Victoria“ gewandert, von dem aus man einen super tollen 360 Grad Blick auf Wellington und seine Umgebung hat. Von dort aus ging es dann direkt zum Stadtstrand in der Oriental Bay, wo wir bis zum späten Nachmittag gebadet und in der Sonne entspannt haben. Amber musste dann zu einer Theaterprobe und so haben Laura und ich uns nach Hause begeben, geduscht und Abendessen gekocht. Später haben wir Amber dann von ihrer Probe abgeholt und waren dann noch mit ihr und ihrer Theatergruppe in einer Bar. Wieder zu Hause haben wir uns dann fertig gemacht um das Nachleben Wellingtons zu erkunden. Zu erst wurde aber noch in der Wohnung mit ein paar von Ambers Freunden „vorgeglüht“ und erst weit nach Mitternacht haben wir es dann wirklich in die Stadt geschafft. Da Laura und ich am nächsten Morgen aber relativ früh rausmussten um unsere Fähre auf die Südinsel zu erwischen, fiel für uns der Abstecher in die Stadt allerdings relativ kurz aus.

Dennoch hatten wir am nächsten Morgen schwer zu kämpfen und schafften es nur mit größter Mühe aus dem Bett. Auf der Fähre hieß es dann auch erstmal noch Schlaf nachhohlen, bis wir uns dann aufs Deck begaben um ein die Fahrt durch den „Queen Charlotte Sound“ zu genießen. Ja und dann waren wir auf einmal auf der Südinsel und gingen in „Picton“ von Bord. Und in diesem kleinen Hafenstädtchen haben wir dann erstmal zwei Tage verbracht. Endlich kam auch mal unsere Campingausrüstung zum Einsatz, da wir auf einem richtig schönen Campingplatz ein wenig außerhalb unser Lager aufgeschlagen haben.

In den zwei Tage haben wir zwei kleinere Wanderungen zum „Snout Lookout“ (2,5 h one way)und „Tirohanga Lookout“ (2 h return) gemacht. Von beiden Punkten aus hat man eine echt gigantische Aussicht auf den Queen Charlotte Sound und Picton und ich kann beide Wege auf jeden Fall empfehlen. Am Montag Nachmittag haben wir in der Nähe des Campingplatzes ein kleines Bächen mit ein paar kleinen Badestellen ausfindig gemacht und haben dort etwas gebadet und gelesen. Am Dienstag Nachmittag haben wir dann nochmal einen kurzen Fußmarsch zur „Bob’s Bay“ auf uns genommen und in der total idyllischen und ruhigen Bucht den Nachmittag verbracht. Am Abend ging es dann noch ins Irish Pub, wo wir bei Live-Musik noch einen Apple Cider geschlürft haben.

Am Mittwoch hieß es dann Zelt abbauen und Rücksäcke schultern und das glücklicherweise zum letzten Mal (also die Rucksäcke). Für uns ging es nämlich nach „Blenheim“ wo wir uns mit Maxi getroffen, der in „Omaru“ ein Auto für uns drei gekauft hatte (die gute Marry)(. Leider musste Ferdi, der eigentlich vierte im Bunde, relativ unerwartet Neuseeland verlassen und so haben wir drei uns jetzt zusammen getan. Da wir am Sonntag mit dem „Abel Tasman Coastal Track“ beginnen, haben wir den Tag gestern genutzt um all unsere Einkäufe zu erledigen und schon mal in Richtung des Startpunktes zu fahren. Deshalb sind wir jetzt seit gestern in „Motueka“ und werden von hier aus jetzt noch ein bischen den Nationalpark erkunden bis es dann mit dem Walk losgeht.

Ich melde mich wieder bei euch wenn wir den Track überstanden haben.

Viele Grüße aus Neuseeland,

eure Emily

Zurück aufs Festland

Hallo ihr Lieben,

es wird mal wieder Zeit für ein kleines Update meinerseits, seit meinem letzten Eintrag ist nämlich schon wieder so einiges passiert.

Wie im letzten Beitrag schon angekündigt haben Laura und ich am vergangenen Montag den höchsten Berg der Great Barrier Island, den „Mount Hobson“ erklommen. Das hört sich jetzt sehr nach Mount-Everest-Besteigung an, in Wahrheit ist der Mount Hobson allerdings nur 627 m hoch. Trotzdem können auch 627 m zu einer sehr anstrengenden Angelegenheit werden. Von dem Haus von Andy und Deborah aus sind wir zum Startpunkt, dem „windy canyon“ getrampt und wurden von einer Gruppe anderer Reisender, die den selben Plan wie wir hatten, mitgenommen. Gemeinsam mit einem Iren, einer Französin und einer Neuseeländerin sind wir dann also ca. drei Stunden durch die Gegend gewandert bis wir endlich auf dem Gipfel des Berges angekommen sind. Da wir einen bewölkten Tag erwischt hatten, fand ich persönlich allerdings die Ausblicke auf dem Weg um einiges spektakulärer als die eingeschränkte Aussicht auf dem Gipfel.

In der Hoffnung die Wolken würden sich noch verziehen, haben wir dann noch ca zwei Stunden mit den anderen auf dem Gipfel gesessen, uns unterhalten und viel gelacht. Als um halb sieben aber immer noch keine Besserung in Sicht war, haben wir uns dann auf den Weg zum „Mount Haele Hut“ gemacht, wo wir die Nacht verbracht haben. Von der kleinen, gemütlichen Hütte aus hätte man nochmal einen echt tollen Ausblick und so konnten wir nach dem Abendessen den Sonnenuntergang doch noch richtig genießen.

Am nächsten Morgen würden wir dann leider von Regen geweckt, weshalb wir auf dem Rückweg auch etwas schneller unterwegs waren, da keine Fotopausen eingelegt werden mussten. Einen kleinen Zwischenstopp bei den „Kaitoke Hot Springs“ mussten wir dann allerdings doch noch einlegen. Als wir dann am Mittag nach Hause kamen, waren Deb und Airt nicht zu Hause, weshalb wir uns noch ein bisschen ausruhen konnten, bevor wir dann am Nachmittag unsere vier Stunden gearbeitet haben.

Unsere letzten zwei Tage auf Great Barrier waren dann leider sehr verregnet und so haben wir neben der Arbeit nur noch ein paar Strandspaziergänge und ein Strandpicknick gemacht und waren mit Airt und Deb in „Whangaparapara“ , wo wir auf Airt aufgepasst haben während Deborah arbeiten musste.

Am Freitag mussten wir uns dann schweren Herzens von Deborah, Airt (Andy war leider noch nicht aus Auckland zurück) und der Insel verabschieden und machten uns mit der Fähre auf den Weg zurück nach Auckland. Dort haben wir dann eine Nacht bei Tracey, der Tante von Joel (ein Freund aus dem OPC Camp) übernachtet und waren mal wieder komplett überwältig von der Gastfreundschaft der Kiwis. Tracey und ihre Familie haben uns wie selbstverständlich bei sich aufgenommen, für uns gekocht und am nächsten Morgen haben uns Tracey und ihr Mann sogar noch auf einen Kaffee eingeladen und uns dann zur Bushaltestelle gefahren. Und das alles ohne auch nur die geringste Gegenleistung zu Verlangen.

Für uns ging es dann weiter nach „Matamata“ wo Laura sind auf eine kleine Tour durch das Land der Hobbits begab. Da ich die Tour durch Hobbiton vor drei Jahren schon mit meinem Papa abgehakt hatte, blieb ich im Hostel zurück und hab mir den Nachmittag mit einer Runde joggen und lesen vertrieben. Am Sonntag Morgen ging es dann gleich weiter nach „New Plymouth“, da Matamata neben Hobbiton nicht mehr wirklich viel zu bieten hat. Leider hält unsere Schlechtwetterstrecke an und so wurden wir auch in New Plymouth von einer dicken Wolkenschicht begrüßt. Allerdings hatten wir am Sonntag nochmal Glück und der Regen blieb aus, sodass wir uns auf eine kleine Erkundungstour begeben konnten. Nach einem kleinen Spaziergang sind wir dann in einem kleinen Park am östlichen Ende der Stadt gelandet wo ein kleines Musikzelt aufgebaut war und verschiedene Künstler bei den „Sunday Sessions“ ihr Talent unter Beweis gestellt haben. Mit einem leckeren Eis haben wir uns dann also in den Park gesetzt und den Bands zugehört und konnten uns erst losreißen als der Himmel wirklich bedenklich grau wurde und die ersten Tropfen fiehlen.

Der Regen hielt allerdings nur kurz an und so haben wir uns nach dem Abendessen noch mal auf den Weg gemacht, diesmal zum „Pukekura park“ wo zwischen Dezember und Februar das „Festival of lights“ stattfindet. In dem Park war alles mit Lichtern geschmückt und es gab kleine Lightshows und eine Band die gespielt hat. Vor allem als es dann langsam dunkel wurde war die Atmosphäre in dem Park total sommerlich und entspannt.

Am Montag waren uns die Wettergötter dann leider nicht mehr so gut gestimmt und so wurden wir von grauem Himmel und Regen geweckt. Dem Wetter entsprechend haben wir den Tag dann mit Indooraktivitäten wie einem kleinen Shoppingbummel, einem Besuch im Museum und der Art Gallery verbracht. Und da dann am Nachmittag der Regen aufgehört hat konnten wir sogar noch auf der Terrasse unseres Hostels Abendessen und ich hab mich sogar noch auf einen kleinen Spaziergang entlang der Strandpromenade begeben.

Heute sieht das ganze allerdings schon wieder ganz anders aus und es scheint, entgegen der Wetterberichte, die Sonne. Deshalb haben wir uns heute Fahrräder ausgeliehen und sind zu einem Aussichtspunkt am Ende der Stadt gefahren. Uns war allerdings nicht bewusst, dass der Aussichtspunkt auf einem Berg, „Paritutu Rock“ , liegt, auf den nur ein sehr sehr steiler Pfad führt. Trotz unserer semi idealen Fußbekleidung (Flipflops) sind wir also auf den Berg geklettert und haben von dort oben die tolle Aussicht auf New Plymouth und Umgebung genossen. Der Weg auf den Berg dauert lediglich 10 – 15 Minuten ist aber echt anspruchsvoll, da man teilweise entlang einer Metallkette an einer Felswand hochklettert. Aber die Mühe lohnt sich auf jeden Fall.

Danach haben wir uns dann wieder auf unsere Räder geschwungen und sind entlang der Küste auf dem „Coastal Walkway“ geradelt. Jetzt sitzen wir gerade an einem Strand und genießen das Meer und die Sonne.

Morgen heißt es dann auch schon wieder Rucksäcke packen und auf nach Wellington, wo wir für vier Tage meine Freundin Amber besuchen werden und Wellington erkunden. Ich melde mich bald wieder bei euch.

Viele Grüße aus Neuseeland,

Eure Emily

Great Barrier Island

Hallo ihr Lieben,

da mein letzter Eintrag ja schon wieder ein bischen zurück liegt, kommt heute mal wieder ein kleines Update.

Am vergangenen Mittwoch ging es für Laura und mich schon früh am Morgen mit der Fähre los nach „Great Barrier Island“. Die Fahrt von Auckland aus dauert ca. vier Stunden und verlief bei uns einigermaßen ruhig und stressfrei, auch wenn Laura ein bischen mit Übelkeit zu kämpfen hatte. Da wir vom Wetter her einen echt guten Tag für die Überfahrt erwischt hatten, hatte man vom Boot aus echt gute Ausblicke auf die Inseln des „Hauraki Golfs“ sowie die Nordspitze der Coromandel Halbinsel. In „Port Fitzroy“ (im Norden der Insel) angekommen, mussten wir uns dann erstmal noch um eine Mitfahrgelegenheit kümmern, da uns unsere Gastfamilie auf Grund einiger Kommunikationsschwächen nicht abholen konnte. Hitchhiken ist auf der Insel allerdings nicht wirklich ein Problem, da es eh nur eine große Straße (vom Norden in den Süden) gibt und die Leute hier super freundlich sind und einen in der Regel gerne ein Stück mitnehmen. So dauerte es auch nicht lange bis wir in den südlichen gelegenen „Medlands“, wo unsere Gastgeber leben, ankamen.

Wenn ich von unsere Gastfamilie bzw. unseren Gastgebern spreche, meine ich damit Deborah, Andy und ihren Sohn Airt bei denen wir die zwei Wochen auf der Insel wohnen und arbeiten. Das ganze hat sich über einen Website namens „HelpX“ ergeben. Hier suchen Privatleute und Hostels nach Leuten, die Ihnen für vier bis fünf Stunden unter die Arme greifen. Für die Helfer springt im Gegenzug eine Unterkunft und in der Regel auch Verpflegung dabei heraus. In unserem Fall helfen wir Deborah jeden Vormittag vier Stunden im Haus und Garten oder kümmern uns um den 2-jährigen Airt damit Deborah sich um andere Dinge kümmern kann. In den letzten Tagen haben wir beispielsweise das komplette Haus geputzt, im Garten Unkraut bekämpft, Autos geputzt und viel mit Airt gespielt. Ich war zum Beispiel auch mit ihm am Strand und habe ein wenig mit ihm in den Wellen geplanscht. Unsere „Bezahlung“ besteht aus unserem eigenen Zimmer und dem besten Essen, das wir seit langem hatten. Da Lebensmittel auf Great Barrier Island ziemlich teuer sind, bauen viele Menschen den größten Teil ihres Essens selber an. So auch Deborah und Andy. Gemüse kommt aus dem Garten, Müsli, Yoghurt und Brot wird selber gemacht und Andy geht regelmäßig Fischen und bringt Muscheln und Fisch nach Hause.

Darüberhinaus sind Andy und Deb auch total hilfsbereit was unsere Freizeitgestaltung angeht. Wir können von ihnen Surf- und Biggieboards, Kajaks, Schnorchelequipment, Campingausrüstung und Fahrräder ausleihen und diese Woche nimmt uns Andy auf seinem Boot mit zum Fischen. Und wann immer es geht, bieten sie uns an uns irgendwo hinzufahren.

Unsere ersten Tage auf der Insel konnten wir leider noch nicht wirklich zum Erkunden der Insel nutzen, da es am Donnerstag und Freitag total stürmte und die ganze Insel von Regen und heftigem Wind überrollt wurde. Wir waren aber trotz des Wetters am Donnerstag nach der Arbeit am Strand und haben einen kleinen Spaziergang gemacht und sind dabei sogar auf einen kleinen Pinguin gestolpert, den wir gemeinsam mit zwei anderen Strandbesuchern aus den Wellen gerettet haben. Wir haben ihm einen kleinen Unterschlupf gebaut und durften ihn am Ende sogar noch streicheln.

Am Freitag bekam unsere Gastmutter dann einen Anruf von der Besitzerin eines kleinen Cafés hier in der Nähe, die auf der Suche nach Aushilfen war. Wir haben uns das Café „my fat puku“ (mein dicker Bauch) am Nachmittag dann gleich mal angeschaut und uns bei Eric vorgestellt und wurden dann auch gleiche für den folgenden Tag zur Arbeit eingeteilt. Unser erster Arbeitstag verlief dann leider erstmal überhaupt nicht so wie erhofft. Als wir um sieben Uhr morgens vor der Tür des Cafés standen, hatte leider keiner der Mitarbeiter einen Schlüssel und als wir dann eine halbe Stunde vor Öffnung endlich rein kamen, war natürlich erstmal totale Hektik und niemand hat sich so richtig um uns gekümmert. Das Chaos verstärkte sich dann noch als sich herausstellte, dass die Fähre vom Festland auf Grund des Sturms nicht fahren konnte und deshalb auch die Lieferung für das Café ausblieb. So musste wir also die hereinströmenden Menschenmassen (ich meine es wirklich ernst) mit dem versorgen was das Warenlager noch so hergab und waren zu äußerster Kreativität gezwungen. In dem ganzen Trubel wurden Laura und ich leider ziemlich herumgescheucht und waren so am Ende unserer Schicht (16:30) völlig fertig. Glücklicherweise verliefen unsere anderen Arbeitstage (Montag bis Donnerstag) um einiges besser und wir hatten richtig Spaß, was vor allem daran lag, dass wir am Montag richtig eingearbeitet wurden und dann auch wussten was wir zu tun hatten. Neben Tellerwaschen, Gästebedienen und Bestellungen aufnehmen, durfte außerdem immer eine von uns ein paar süße Leckerein für den nächsten Tag backen, was wir beide total genossen haben. Unser Highlight waren allerdings die leckeren Steinofenpizzen, die wir uns nach der Arbeit bestellen durften. Auch wenn wir bei der Arbeit im Café wirklich Spaß hatten, sind wir jetzt ganz froh nicht mehr dort zu arbeiten, da es natürlich sehr zeitaufwändig und anstrengend war vormittags bei Andy und Deborah und abends im Café zu arbeiten. Deshalb haben wir bis jetzt auch noch nicht so viel von der Insel gesehen und freuen uns jetzt total drauf endlich mit den Erkunden loslegen zu können.

Gestern morgen sind wir deshalb schon früh aufgestanden und haben und per Anhalter (Gang und Gebe hier auf der Insel) auf den Weg zum Startpunkt unserer ersten Wanderung auf Great Barrier gemacht. Wir sind zu einem Aussichtspunkt names „Station rock lookout“ gelaufen, von dem aus man super Ausblicke auf Buchten zwischen „Claris“ und „Tryphena“ hatte. Von dort auf ging es dann durch den Wald wieder zurück zum Medlands Beach (dem Strand bei Andys und Debs Haus). Die Tour dauert normalerweise ca. 2,5 Stunden, außer man schaffte es so wie wir falsch abzubiegen und deshalb nochmal einen extra halbe Stunde einzulegen. Da der Weg aber hauptsächlich im Schatten liegt war auch das halb so schlimm und zum Glück endet der Weg am Strand, so dass man sich dann auch gleich noch schön in den Wellen etwas abkühlen kann.

Gestern Nachmittag haben wir dann wieder Deborah im Garten und mit Airt geholfen und als Andy von der Arbeit zurück kam, hat er uns in seinem kleinen Boot mit zum Fischen genommen. Auch wenn wir eine eher spärliche Ausbeute hatten (nur 2 Fische), war es toll in dem Boot aufs Meer hinaus zu fahren und den Sonnenuntergang zu beobachten. Außerdem hatte Andy die ein oder andere Geschichte und Info für uns parat und hat sein Wissen über great barrier, Fische, Surfen und vieles mehr mit uns geteilt. Mit unserem Fang ging es dann nach Hause, wo Andy für uns aus den Fisch ein leckeres Abendessen zubereitete.

Heute haben wir dann schon relativ früh mit der Arbeit begonnen und sind mit Deb und Airt erst nach „Tryphena“ auf den Markt gefahren und waren dann mit Airt und Andy Jakobsmuscheln ertauchen. Dabei bestand unsere Aufgabe eigentlich nur darin gemeinsam mit Airt im Boot aufzupassen, dass kein anderes Boot zu nah an uns herankommt und Andy eventuell beim Tauchen gefährden könnte.

Am Nachmittag haben wir dann mit Airt gespielt und die Jakobsmuscheln zu einem leckeren Abendessen verarbeitet. Nach einem leckeren Essen, bestehend aus Spaghetti Carbonara mit Jakobsmuscheln, sind Deborah, Airt, Laura und ich dann nochmal an den Strand gefahren um noch ein bischen im Wasser rumzutoben und den Abend ausklingen zu lassen.

Da wir heute insgesamt acht Stunden gearbeitet haben können wir uns in den nächsten Tagen einen ganzen Tag frei nehmen und haben deshalb vor von Montag morgen bis Dienstag Mittag wandern zu gehen und auf einer Hütte zu übernachten. Davon werde ich euch natürlich berichten.

Liebe Grüße aus der Ferne,

Eure Emily

Neujahr in Whitianga

Hallo ihr Lieben,

Als erstes wünsche ich euch ein frohes neues Jahr! Ich hoffe ihr seit alle gut in das neue Jahr reingerutscht.

Laura und ich hatten einen super schönen Abend hier in Whitianga, aber dazu komme ich später. Jetzt muss ich erstmal noch ein bischen ausholen und euch von den letzten Tagen hier auf der Coromandel erzählen.

Da wir am Mittwoch ja relativ spät angekommen sind, konnten wir erst am Donnerstag mit unserer Erkundungstour anfangen. Da unsere Unterkunft etwas außerhalb des Stadtzentrums liegt, mussten wir erstmal eine gute Dreiviertelstunde am Strand entlang laufen bis wir in der Stadt ankamen. Aber es gibt schlimmeres als am Meer entlang zu spazieren. Wir sind dann von Whitianga aus mit einer kleinen Fähre zur gegenüberliegenden Küste nach „Ferry Landing“ gefahren. Von dort aus sind wir dann zu den „Shakespeare Cliffs“ gelaufen von wo man einen wunderbaren Ausblick auf Whitianga und die ganze „Mercury Bay“ hat. Auf dem Weg dahin kommt man außerdem an einigen wunderschönen Stränden vorbei, die nur so zum baden einladen. Von den Cliffs sind wir dann noch zu eine kleine Bucht namens „lonely bay“ gelaufen und haben ein bischen im Wasser geplanscht. Am Abend haben Laura und ich dann für unsere Gastgeberin ein leckeres Muschelrisotto gekocht und dann noch einmal eine kleine Runde im Whirlpool gebadet.

Am Freitag sind wir dann per Anhalter nach „Hahei“ gefahren und sind von dort aus zur „Cathedral Cove“ gewandert. Diese Felsformation ist eins der Touristenhighlights Neuseelands und das haben wir deutlich zu spüren bekommen. Auf Grund des tollen Wetters war der Strand total überlaufen und überall tummelten sich die Leute. Trotzdem ist die kleine Bucht in der die Cathedral Cove liegt ein wirklich paradiesisches Fleckchen Erde und wir haben Stunden lang einfach nur am hinteren Ende des Strandes gesessen und den Ort genossen.

Am Nachmittag haben wir dann von Hahei aus einen Shuttlebus nach Whitianga genommen und als wir daheim ankamen, wartete Caroline bereits mit einem leckeren Abendessen auf uns.

Am Samstag sind wir dann mal wieder nach Whitianga reingelaufen. In dem kleinen Ort war auf Grund des „Arts&Crafts market“ die Hölle los und ich glaube jeder einzelne Bewohner der Stadt tummelte sich auf dem Marktplatz. Wir sind auch ein bischen über den Markt geschländert und haben dann noch in einem total süßen Café was getrunken, wo wir spontan von einer deutschen Kellnerin angequatscht und haben uns dann prompt mit ihr für den nächsten Tag verabredet. Am Nachmittag hat Caroline uns dann zum „Simpsons Beach“, einem etwas abgelegeneren und weniger überfüllten Strand, mitgenommen, wo wir den Nachmittag mit Lesen und Baden verbracht haben.

Am Sonntag hat uns Caroline dann am Morgen mit nach „Coromadel Town“ genommen und während sie dort bei einem Patienten vorbeigeschaut hat, haben wir uns das kleine Städtchen noch ein bischen angeschaut. Auf dem Heimweg sind wir dann noch zu zwei Aussichtspunkten gefahren und Caroline hat uns auf dem ganzen Heimweg über die Geschichte der Coromandel aufgeklärt.

Am Abend haben wir uns dann in einem indischen Restaurant was zum Essen geholt, uns damit an den Strand gesetzt und das Jahr 2017 ganz entspannt ausklingen lassen. Da wir dann aber an Silvester doch nicht ganz so langweilig einfach nur am Strand rumsitzen wollten, haben wir uns dann ein wenig in Whitianga umgeschaut und sind dann im Endeffekt auf der Silvesterparty des Whitianga Hotels gelandet. Gemeinsam mit zahlreichen anderen jungen Leuten (manche auch gar nicht mehr so jung) und einer Liveband haben wir dort in das neue Jahr reingefeiert und hatten einen echt tollen Abend. Um eins hieß es dann allerdings auf einmal Ende der Veranstaltung und so machten sich Laura und ich schon relativ früh auf den Heimweg, was aber halb so wild war da wir ja eh noch eine Stunde Fußmarsch hinter uns bringen mussten. Daheim angekommen sind wir dann auch beide sofort ins Bett gefallen und haben am nächsten Morgen erstmal richtig schön ausgeschlafen. Gestern haben wir dann einen richtigen Faulenzertag gemacht und haben das Haus, bis auf einen Abstecher zum Pool, nicht verlassen. Aber sowas darf ja auch mal sein.

Heute morgen ging es dann in aller Frühe weiter und zwar zurück nach Auckland von wo aus morgen unsere Fähre nach „Great Barrier Island“ ablegt. Dort werden wir zwei Wochen bei einer Familie arbeiten und bekommen im Gegenzug von ihnen Unterkunft und Verpflegung gestellt. Wir sind jetzt echt mal gespannt wie das wird. Ich weiß leider nicht wie es dort mit Internet aussieht also wundert euch nicht falls ihr in nächster Zeit nichts/ wenig von mir hört.

Liebe Grüße aus Neuseeland,

Eure Emily